Studienbesuch von Rechtsreferendarinnen und Rechtsreferendaren aus Leipzig im Verbindungsbüro des Freistaates Sachsen in Breslau
Der Besuch von Rechtsreferendarinnen und Rechtsreferendaren aus Leipzig am 11. März 2026 in Breslau vermittelte Einblicke in das polnische Rechtssystem und förderte den fachlichen Austausch.
Am 11. März 2026 besuchte eine Gruppe von Rechtsreferendarinnen und Rechtsreferendaren am Landgericht Leipzig im Rahmen eines Studienaufenthalts das Verbindungsbüro des Freistaates Sachsen in Breslau.
Ziel des Besuchs war es, den Teilnehmenden eine systematisierte und fundierte Darstellung des polnischen Rechtssystems zu vermitteln, insbesondere im Hinblick auf die juristische Ausbildung, die Organisation der Rechtsberufe, verfassungsrechtliche Fragestellungen sowie aktuelle Rahmenbedingungen der Funktionsweise der polnischen Justiz. Ein wesentlicher Bestandteil war zudem die Einordnung der behandelten Themen in eine vergleichende Perspektive im Verhältnis zum deutschen Rechtssystem.
Die Veranstaltung eröffnete die Leiterin des Verbindungsbüros des Freistaates Sachsen in Breslau, Anna Leniart. Sie gab den Teilnehmenden einen Überblick über die Arbeit der Einrichtung, stellte deren zentrale Aufgaben vor und erläuterte ihre Rolle für die deutsch-polnische Zusammenarbeit, insbesondere im Bereich des institutionellen Austauschs und der regionalen Kooperation.
Im Anschluss hielt Frau Dr. Agnieszka Malicka einen Fachvortrag, in dem sie die Struktur und Funktionsweise der polnischen Justiz umfassend darlegte. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem System der juristischen Ausbildung in Polen, einschließlich der Bildungswege, der praktischen Ausbildungsphasen sowie der Vorbereitung auf die Ausübung juristischer Berufe – jeweils im Vergleich zu den entsprechenden Regelungen in der Bundesrepublik Deutschland.
Anschließend wurden die Organisation und die Funktionsweise der juristischen Berufe in Polen dargestellt. Dabei standen insbesondere die Rollen von Richterinnen und Richtern, Staatsanwältinnen und Staatsanwälten sowie Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten im Vergleich zum deutschen System im Mittelpunkt.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf verfassungsrechtlichen Fragen, insbesondere den grundlegenden Staatsprinzipien, den Zuständigkeiten staatlicher Organe sowie dem Schutz der Bürgerrechte. Dies ermöglichte den Teilnehmenden einen differenzierten Einblick in beide Rechtssysteme.
Auch aktuelle Herausforderungen der polnischen Justiz wurden thematisiert, vor allem im Kontext laufender Reformen und der Stärkung rechtsstaatlicher Prinzipien. Der Vortrag bot eine fundierte Grundlage für die anschließende Diskussion.
Die Teilnehmenden hoben insbesondere die fachliche Qualität sowie die klare und anschauliche Vermittlung der Inhalte hervor. Veranstaltungen dieser Art leisten einen wichtigen Beitrag zur Förderung des fachlichen Austauschs und zur Stärkung des deutsch-polnischen Dialogs im juristischen Bereich.