23.04.2026

Sächsische Richterdelegation zu Besuch in Wrocław

dekoratives Bild
© Oberlandesgericht in Breslau/ Sąd Apelacyjny we Wrocławiu

Vertreterinnen und Vertreter der sächsischen und polnischen Justiz trafen sich in Wrocław, um ihre Zusammenarbeit zu vertiefen und Erfahrungen auszutauschen.

Am 23. und 24. April 2026 besuchte eine Delegation des Oberlandesgerichts Dresden die Stadt Wrocław. Die Reise erfolgte auf Einladung des Präsidenten des Appellationsgerichts Wrocław, Richter am Appellationsgericht Prof. Jacek Gołaczyński, und diente dem fachlichen Austausch sowie der Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen der sächsischen und der polnischen Justiz.

Angeführt wurde die Delegation von Dr. Leon Ross, Präsident des Oberlandesgerichts Dresden und damit des höchsten ordentlichen Gerichts des Freistaates Sachsen. Begleitet wurde er von Richterinnen und Richtern, die sich im Bereich der internationalen Zusammenarbeit und des Erfahrungsaustauschs engagieren. Im Mittelpunkt des Besuchs standen Fachgespräche am Appellationsgericht Wrocław. Dabei tauschten sich die Teilnehmer über die Organisation der Justiz, aktuelle Herausforderungen für die Gerichte in Polen und Deutschland sowie über bewährte Verfahren in der gerichtlichen Praxis aus. Die Gespräche boten Gelegenheit, unterschiedliche Lösungsansätze kennenzulernen und gemeinsame Fragestellungen der modernen Justiz zu diskutieren.
Ein besonderer Programmpunkt war die Besichtigung des neuen Gebäudes des Appellationsgerichts Wrocław in der ul. Tadeusza Zielińskiego. Präsident Prof. Jacek Gołaczyński stellte den Gästen die Entstehungsgeschichte des Neubaus sowie dessen funktionale und organisatorische Konzeption vor. Das moderne Gerichtsgebäude zählt zu den innovativsten Justizbauten Polens und verfügt über zeitgemäß ausgestattete Sitzungssäle, moderne Servicebereiche für Bürgerinnen und Bürger sowie technische Lösungen zur Optimierung gerichtlicher Abläufe. Besonderes Interesse weckten die Maßnahmen zur Digitalisierung der Justiz, die sicherheitsrelevanten Infrastrukturkonzepte sowie die barrierefreie Gestaltung des Gebäudes.

Zum Programm gehörte außerdem ein Besuch der Fakultät für Recht, Verwaltung und Wirtschaft der Universität Wrocław. Im Rahmen von Gesprächen mit Vertretern der Fakultät wurden Fragen der juristischen Ausbildung sowie die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Rechtspraxis erörtert.
Darüber hinaus nahm die Delegation an einem Fachvortrag von Richterin Małgorzata Posnow-Wurm teil, der sich mit der Bearbeitung von Massenverfahren im Zivilrecht befasste. Die anschließende Diskussion bot Raum für einen vertieften Erfahrungsaustausch über die Herausforderungen komplexer und umfangreicher Gerichtsverfahren sowie über Möglichkeiten zur Steigerung der Effizienz gerichtlicher Arbeit. Der Besuch knüpft an die langjährige Tradition der Zusammenarbeit zwischen den Justizinstitutionen Sachsens und Niederschlesiens an. Regelmäßige Begegnungen dieser Art fördern das gegenseitige Verständnis der jeweiligen Rechtssysteme, stärken die fachlichen Kontakte und tragen zum Aufbau nachhaltiger Netzwerke zwischen den juristischen Fachkreisen beider Länder bei.

Das Verbindungsbüro des Freistaates Sachsen in Wrocław unterstützt seit vielen Jahren Initiativen, die den institutionellen Austausch zwischen Sachsen und Niederschlesien fördern. Die Zusammenarbeit im Bereich der Justiz leistet einen wichtigen Beitrag zur grenzüberschreitenden Verständigung und zur Vertiefung der partnerschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Regionen. Der direkte Dialog zwischen den Fachinstitutionen schafft wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung der Justiz und stärkt zugleich die deutsch-polnische Zusammenarbeit auf regionaler Ebene.

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