Literarische Begegnung mit Hans-Heiko Seifert
Am 11. Dezember 2025 begegnete der Dresdner Schriftsteller Hans-Heiko Seifert in den Räumlichkeiten des Verbindungsbüros des Freistaats Sachsen in Breslau Schülerinnen und Schülern aus Breslau.
An der Veranstaltung nahmen über 70 Schülerinnen und Schüler aus Wrocław und Legnica sowie ihre Lehrkräfte teil. Sie wurde von der Leiterin des Verbindungsbüros, Anna Leniart, eröffnet. In ihrem Grußwort stellte sie den Jugendlichen die Aufgaben des Büros sowie dessen Tätigkeitsfelder vor und ging dabei insbesondere auf die Bildungs- und Kulturinitiativen ein, die der Förderung der deutsch-polnischen Zusammenarbeit dienen.
Gast der Veranstaltung war Hans-Heiko Seifert, ein aus Dresden stammender Schriftsteller, der seinen neuesten Roman »Joanna« präsentierte. Der Autor erläuterte die Entstehungsgeschichte des Buches und stellte dessen zentrale Themen vor, die im Kontext des »polnischen Sommers 1980« sowie der gesellschafts- und politikhistorischen Umbrüche im Zusammenhang mit der Entstehung der Solidarność-Bewegung verortet sind. Die Lesung ausgewählter Textpassagen und die Kommentare des Autors stießen auf großes Interesse bei dem jungen Publikum.
Das Gespräch mit dem Autor wurde von Dr. Ewa Szymani, Germanistin an der Universität Wrocław, moderiert, was ein hohes inhaltliches Niveau der Diskussion sowie eine lebendige Interaktion mit den Teilnehmenden gewährleistete.
Die Veranstaltung fand in deutscher Sprache statt, was einen besonderen pädagogischen Mehrwert darstellte. Die Teilnehmenden hatten die Möglichkeit, authentische, lebendige Sprache in einem natürlichen literarischen und kommunikativen Kontext zu erleben. Für die Schülerinnen und Schüler bot sich damit eine wertvolle Gelegenheit, ihre Sprachkompetenzen zu vertiefen, ihren Wortschatz zu erweitern und das Hörverstehen außerhalb des schulischen Alltags zu trainieren.
Der angekündigte Übersetzungswettbewerb, der die Übertragung eines ausgewählten Textausschnitts des Romans ins Polnische vorsieht, stellte eine zusätzliche Motivation zur bewussten Auseinandersetzung mit literarischen Texten und sprachlichen Feinheiten dar.
Die Initiative des Verbindungsbüros unterstrich den Wert direkter Begegnungen mit zeitgenössischen Autorinnen und Autoren als sinnvolle Ergänzung des Deutschunterrichts sowie der Vermittlung der jüngeren Geschichte.