18.11.2025

Breslau: 60. Jahrestag des Hirtenbriefs als Zeichen für Dialog und Versöhnung in Europa

Die Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag des polnischen Hirtenbriefs machten Breslau am 18. und 19. November zu einem lebendigen Ort der Begegnung und Verständigung in Europa.

Am 18. und 19. November 2025 fanden in Breslau die Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag des polnischen Hirtenbriefs der polnischen an die deutschen Bischöfe statt – eines der bedeutendsten Dokumente im Prozess der deutsch-polnischen Versöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Veranstaltung brachte Vertreterinnen und Vertreter aus Kirche, Wissenschaft und öffentlichem Leben aus Polen und Deutschland zusammen und unterstrich ihren internationalen und zeitlosen Charakter.

Das Jubiläum erinnerte an den Hirtenbrief aus dem Jahr 1965, der auf Initiative von Bolesław Kominek entstand. Mit seinem zentralen Satz »Wir vergeben und bitten um Vergebung« gilt das Schreiben bis heute als Meilenstein im Aufbau eines Dialogs zwischen beiden Nationen und als wichtiger Beitrag zur europäischen Verständigung.

Die zentralen Feierlichkeiten fanden am 18. November statt. Sie begannen am Denkmal für Kominek, wo in Ansprachen sein Beitrag zur Versöhnung sowie die Bedeutung moralischer Verantwortung in Zeiten politischer Spannungen gewürdigt wurden. Anschließend wurde in der Breslauer Kathedrale St. Johannes des Täufers eine feierliche Messe mit Bischöfen aus Polen und Deutschland zelebriert. Der Liturgie stand Tadeusz Wojda vor, während die Predigt vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, gehalten wurde.

Gastgeber der Veranstaltung war der Breslauer Metropolit Józef Kupny. Zu den Teilnehmenden zählten zudem Vertreterinnen und Vertreter öffentlicher Institutionen sowie verschiedener christlicher Gemeinschaften, was den ökumenischen Charakter der Feierlichkeiten unterstrich. Begleitend fanden weitere Veranstaltungen statt, darunter ein ökumenisches Gebet, ein Konzert sowie eine Ausstellung zum Thema Versöhnung.

Am zweiten Tag, dem 19. November, wurde eine wissenschaftliche Konferenz veranstaltet, auf der Historiker, Theologen und Expertinnen und Experten für internationale Beziehungen die historische Bedeutung des Hirtenbriefs sowie seine Aktualität für die heutigen deutsch-polnischen Beziehungen diskutierten. Dabei wurde betont, dass seine Botschaft auch angesichts aktueller Herausforderungen in Europa nichts an Relevanz verloren hat.

Die Feierlichkeiten in Breslau waren somit nicht nur ein Gedenken an ein historisches Ereignis, sondern auch ein starkes Signal für die Zukunft: Dialog, gegenseitiges Verständnis und Versöhnung bleiben zentrale Grundlagen der europäischen Zusammenarbeit.

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